Gruppengefüge:
Laufenten sind keine Alleingänger. Sie sind in der Gruppe unterwegs
und das gerne den ganzen Tag. Wenn es im Sommer nicht gerade zu
warm ist und sie daher ein Schläfchen im Schatten machen, sind sie
ständig unterwegs und schnäbeln unentwegt auf dem Boden nach
Körnern, und Kleingetier. Ihr Lieblingsgericht sind jedoch
Nacktschnecken. Und dies am besten in großen Mengen. In der
Paarungszeit sind die Erpel gerne und stets auf Verfolgung der
Enten. Um die Enten nicht zu überlasten, empfiehlt es sich,
grundsätzlich mehr Enten als Erpel zu halten. Gruppengefüge von
1:2, 2:3, 3:5 etc. sind am friedlichsten. Wie bei uns
Menschen, macht auch eine reine Männertruppe meist keine Probleme.
Ist aber eine Dame anwesend, gibt es Ärger.
Unterkunft:
Im Grunde sind Laufenten am liebsten im Freien, es sei denn, man
trainiert ihnen den abendlichen Weg in den Stall an und hilft ihnen
regelmäßig dabei. Wir haben es unseren Laufis in den Jahren immer
freigestellt, drinnen oder draußen zu schlafen. Zwar haben wir es
ihnen auch schon mal angewöhnt abends in den Stall zu gehen, ohne
Begleitung behalten sie es jedoch auf Dauer nicht bei und bleiben
schnell wieder draußen. Trotzdem ist es unerlässlich, einen Stall
zur Verfügung zu stellen. Dieser sollte für mehrere Tiere schon ein
paar Quadratmeter groß sein. Der Stall sollte fuchs- und
mardersicher sein und nachts geschlossen werden können, wenn die
Laufis darin sind.
Das Gehege bzw. die Fläche, auf der die Enten laufen, sollte
ebenfalls eingezäunt sein, damit die Enten wissen, wo sie
hingehören. Bei uns laufen sie auf unserem gesamten Grundstück frei
umher. Lediglich im Frühjahr sperren wir sie wegen dem Fuchs, der
im Frühjahr seine Jungen versorgt und zu dieser Zeit verstärkt auf
Jagt geht, abends in den Stall.
Freiwillig gehen sie dann aber nicht in den Stall. Selbst im Winter
2008/09 mit strengen und lang anhaltenden Frösten gingen die Laufis
freiwillig erst ab ca. -15°C nachts in den Stall.
Futter:
Bei uns bekommen die Laufis morgens und abends etwas normales
Körnerfutter. Ansonsten versorgen sie sich tagsüber selbst mit
Schnecken und anderen Kleintieren wie Käfern, Asseln, Raupen,
Würmern etc. . Wasser sollte an mehreren Stellen zur Verfügung
stehen, um das Gefressene besser runter zu bekommen.
Gefahren:
Als Hauptgefahren sind Fuchs, Marder und Habicht zu nennen. Der
Fuchs ist vielfach im Frühjahr zur Brutzeit unterwegs, um seine
Jungen zu versorgen. Ihn fernzuhalten ist oft schwierig, sobald er
die Nahrung entdeckt hat. Auch ein hoher Zaun - unser ist 1,80 m
hoch - ist für ihn kein absolutes Hindernis. Darüber hinaus kann er
sich natürlich auch unterm Zaun hindurch buddeln. Als einziges
Mittel hilft das abendliche Wegsperren der Laufis in den Stall.
Beim Marder verhält es sich ähnlich wie beim Fuchs, nur dass die
Spuren, die er hinterlässt meist blutiger sind wie die des Fuchses,
der alles spurlos hinterlässt.
Der Habicht kann aus unserer Erfahrung heraus meist nur leichtere
und somit jüngere Laufis gefährden. Ältere Tiere kann er meist
nicht aus dem Flug heraus heben.
Bei freilaufenden Küken mit der Glucke können auch Dohlen und
Krähen eine Gefahr darstellen. Diese können schnell im Schwarm die
Glucke ablenken und sich über die Küken hermachen. Hierbei gilt es,
bei Gefahr die Jungen im Kleingehege zu schützen.
Hunde und Katzen sollten keine wirkliche Gefahr darstellen.
Vorausgesetzt, die Hunde sind an die Enten gewöhnt und nicht mit
Jagdinstinkten versehen.
Enteneier:
Unsere Enteneier haben einen ganz frischen und intensiven
Geschmack. Als Frühstückseier sagen sie uns nicht zu. Im Kuchen und
im Pfannkuchen sind sie eine Delikatesse in Farbe und Geschmack.
Wenn Sie die Eier nicht bebrüten lassen wollen, probieren Sie
einmal selbst. Die Farbe der Eier ist weiss bis grünlich und
abhängig vom Farbschlag der Enten.
Nachwuchs:
Laufenten haben in der Regel eine sehr hohe Legeleistung und bauen
regelmäßig ihre Nester an wiederkehrenden geschützten Stellen im
Garten oder Stall. Die Gelege enthalten oft mehr als 20 Eier.
Während der Brutzeit verlassen die Enten ihr Nest zum Fressen und
Baden 1-2 mal täglich. Vermissen Sie plötzlich eine Ente, ist es
nicht sofort ein Zeichen für den Fuchs. Oft hat man das Nest beim
Bau übersehen und die Ente brütet. Spätestens nach einigen Tagen
sollte die Ente zum Füttern rauskommen und sich zeigen. Beim
Verlassen des Nestes können Sie auch schnell prüfen, wie groß das
Gelege ist bzw. nach einigen Tagen prüfen, wie hoch die
Befruchtungsrate ist. Hierfür müssen Sie die Eier mit einer hellen
Lampe durchleuchten und auf innenliegende, gebildete Blutäderchen
achten, die nach wenigen Tagen Brutzeit sichtbar werden. Am besten
schneiden Sie hierzu in einen Pappdeckel ein ca. 3 x 5 cm ovales
Loch, in welches Sie das Ei legen und im dunklen Raum von unten mit
einer hellen Lampe beleuchten. Sobald die Ente zum Nest
zurückkehrt, sollten Sie fertig sein!!!
Bei Naturbrut ist nach dem Schlupf darauf zu achten, dass die
Kücken mit der Glucke von den Erpeln getrennt werden. Die Erpel
sehen im Nachwuchs oft eine Konkurenz und greifen diese an. Auch
wenn gleichzeitig zwei Glucken Nachwuchs bekommen, können Probleme
auftauchen, so dass die Glucken die anderen Küken angreifen und
ggf. töten.
Lautstärke:
Wie auch bei vielen anderen Geschöpfen auf der Welt, ist es auch
bei den Laufenten so, dass die Damen die Lauteren sind und oft
durch lautstarkes Schnattern auf sich aufmerksam machen. Die Herren
hingegen haben ein sehr leises Organ und wispern nur. Wenn Ihr
Schlafzimmer in der Nähe ist, könnte es morgens vor dem Füttern
auch schon mal etwas stören. Einmal gesättigt, werden sie sofort
wieder ruhiger.
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